Für Pflanzenliebhaber, Sach- und Fachinteressierte

Ein besonderer Verein: Die Deutsche
Gesellschaft für Hydrokultur

Die Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur (DGHK) ist Ansprechpartner zu allen Fragen rund um die Hydrokultur – für Liebhaber, Anwender und Profis. Sie bildet das Netzwerk für professionelle und private Raumbegrünung. Die Mitglieder sind Pflanzenliebhaber, Enthusiasten, Gärtner, Raumbegrüner und Wissenschaftler, und manchmal alles gleichzeitig.

Die DGHK wurde 1951 vom Biologen Prof. Paul Röszler als Forschungsstelle für erdelose Pflanzenzucht gegründet. Standen in den Anfangsjahren die wissenschaftlichen Fragen zur erdenlosen Pflanzenkultur im Mittelpunkt, so ist dies heute vor allem die Öffentlichkeitsarbeit und Information rund um die Raumbegrünung.

Leidenschaft für das lebende Grün und den Erfahrungsaustausch: Mitglieder treffen sich am liebsten an grünen Orten.
Foto: Marina Ströer

Ausflüge und Gespräche: Die DGHK unterwegs.
Foto: PURE

Über Wissenswertes, Anwendungsbeispiele und Neuigkeiten berichtet die DGHK regelmäßig in ihrer Mitgliederzeitschrift „Hydrokultur intern“. Und natürlich auf ihrer Website: Der Internetauftritt wurde unter www.hydrokultur-dghk.de komplett neu aufgebaut und wird neben der Wissensplattform völlig neue Zugänge zum Thema Hydrokultur enthalten.

Die Mitgliederversammlung hat sich als idealer Treffpunkt erwiesen und führt jährlich zu Begegnungen mit spannenden Gesprächen zwischen z.B. Produktentwicklern, Gefäß-Designern, Gartenbaubetrieben und Hydrokultur-Liebhabern. Nebenbei zeigt sie sich als vergnüglicher Pflichttermin mit Einblicken in interessante Objekte, Gärtnereien und Kulturgüter.

Zusätzlich gibt es, als nachhaltige Folge der Pandemie, den digitalen Mitgliederdialog.

Ein weiteres Ziel der DGHK: Auf Persönlichkeiten oder Gruppen aufmerksam machen, die sich für die Weiterentwicklung der Hydrokultur einsetzen. Dazu dient als besondere Auszeichnung der Günter-Gregg-Preis, den die DGHK seit 2016 in unregelmäßigen Abständen verleiht.

 

Seien Sie dabei!
Seien Sie dabei als Teil eines internationalen Netzwerks, partizipieren Sie von dem KnowHow vieler und bringen Sie sich selbst ein. Willkommen! (SH)

Einblicke hinter die Kulissen – zum Beispiel in die Gärtnereien der Hydrokultur-Profis.
Foto: PURE

Informationen und Innovationen: Die DGHK unterwegs.
Foto: Marina Ströer

Günter Gregg-Preis

Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur zeichnet Aquaponik-Projekt aus:

‚die Urbanisten‘ holen Günter Gregg-Preis 2019

25.09.19 Dortmund/Soest. Das Projekt ‚Urban Gardening and Farming‘ der Dortmunder Urbanisten hat den Günter Gregg-Preis 2019 geholt, den höchsten Preis, den die Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur (DGHK) zu vergeben hat. Es geht um „Gartenbau und Landwirtschaft in der Stadt“, erklärt Rolf Morgenstern, mit Jan Bunse und Nils Rehkop Repräsentant und Preisträger, „nicht auf Kornfeldern, sondern mit Obst und Gemüse, das Bürger frisch auf versiegelten Flächen ziehen.“

Die Auszeichnung ist benannt nach dem Begründer der Hydrokultur, Gärtnermeister Günter Gregg (*3.8.1924 in Dortmund, † 4.8.2013 in Nordkirchen). „Wir teilen seine Überzeugung, dass Hydrokultur für Pflanze und Mensch heute das Beste ist“, so DGHK-Präsident Carsten Stakalies, „und wollen nach seinem Vorbild querdenken, über den Tellerrand schauen.“

Strahlende Gesichter bei der Verleihung des Günter Gregg-Preises der Deutschen Gesellschaft für Hydrokultur (DGHK) – v.l: DGHK-Präsident Carsten Stakalies, Preisträger Rolf Morgenstern (die Urbanisten/Fachhochschule Südwestfalen), Marlis Gregg für die Familie Gregg, Preisträger Nils Rehkop (die Urbanisten, Dortmund) und DGHK-Geschäftsführer Stefan Hecktor. Foto: FH-SWF/Garre.

Preisträger Nils Rehkop (l.) mit der DGHK in der Soester Versuchsanlage: „Seit ich Aquaponik entdeckt habe, führt mein Weg täglich ins Gewächshaus.“ Foto: DGHK.

Neue Perspektiven in urbanen Lebensräumen

Das sei den Urbanisten nachhaltig gelungen: „Sie haben durch Hydrokultur neue Perspektiven in urbanen Lebensräumen geschaffen. Stadtbewohner können wieder selbst Nahrungsmittel produzieren“, würdigte DGHK-Geschäftsführer Stefan Hecktor in seiner Laudatio. „Man braucht weder Acker noch Meer, es funktioniert mitten in der Stadt bei Nutzung versiegelter Flächen!“, erläuterte Preisträger Dipl.-Ing. Nils Rehkop.

„Günter Gregg war bei der Entwicklung des Hydrokultur-Systems von Visionen geleitet, die mit den Urbanisten wahr werden“, betonte Marlis Gregg, Tochter des Hydro-Pioniers. „Eine lautete: Mit Hydrokultur werden versiegelte Flächen wieder grün. Auf Hausdächern, City-Plätzen, oberhalb von Tiefgaragen … überall bietet die Stadt Pflanzbecken für Hydrokultur. Davon hat er unermüdlich gesprochen, ebenso tun es die Urbanisten: Mit Workshops und Führungen, als Referenten und Aussteller betreiben sie ein stetig wachsendes Netzwerk hochinteressanter Partner – vom Nachbarn bis hin zur internationalen Hochschule.“

Stadtnahe Landwirtschaft: Frische und Güte mit Hydrokultur

Einer davon ist Dipl.-Ing. chem. Rolf Morgenstern, Kopf des Aquaponik-Projekts am Fachbereich Agrarwirtschaft an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest. Hier werden unter der Leitung von Dekan Prof. Dr. Wolf Lorleberg in der Arbeitsgruppe „Stadtnahe Landwirtschaft und Aquaponik“ Hydrokultur-Systeme in Versuchsanlagen getestet. „Der Sinn urbaner Landwirtschaft liegt aber nicht in ihren Produktionsmengen, sondern in der Frische und Güte ihrer Produkte und der Gemeinschaft ihrer Betreiber“, so Morgenstern.

Fachhochschule und Urbanisten sind offizielle Partner im EU-geförderten internationalen Forschungsprojekt „proGIreg“: „Produktive grüne Infrastruktur für die Regeneration alter Industriestädte“. Darin ist Dortmund neben Turin und Zagreb eine von drei „Frontrunner“-Städten, weitere sieben Kommunen sollen die Projekte nachahmen; beteiligt sind sechs Universitäten, acht Unternehmen sowie sieben Nichtregierungsorganisationen (NGO). Der Aachener RWTH-Lehrstuhl koordiniert das Vorhaben.

Visionär und Mentor: Günter Gregg übernahm vor genau 20 Jahren die Präsidentschaft der DGHK und gilt ihr weiterhin als Vorbild. Foto: DGHK.

Ab 2020 kann man sich ein Stück Gewächshaus mieten

Dafür wird ab 2020 in Dortmund ein „bürgergetragenes Reallabor“ entstehen mit zwei Gewächshäusern im wissenschaftlichen Vergleich – eins mit Gemüse-Produktion für die örtliche Gastronomie, das andere mit Mietflächen für Bürger, vergleichbar dem Konzept der Ackerhelden, aber hier unter Glas.

Ab 2027 könnte das Projekt zudem Teil der IGA-Fläche und damit zehntausenden von Besuchern zugänglich werden. „Welche Dimension, welche Verbreitung von Wissen, Können und Ideen!“, schwärmte die Laudatio.

Die Urbanisten

Gestalter von neuen Perspektiven für urbane Lebensräume. Der gemeinnützige Verein ist Impulsgeber, Initiator und Plattform für die aktive Mitgestaltung städtischen Zusammenlebens.
Aktionsfeld ‚Urban gardening & farming“ der Urbanisten, Dortmund

Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur (DGHK)

1951 mit Schwerpunkt auf Forschung für erdelose Pflanzenzucht gegründet, hat sich die DGHK in mehr als 65 Jahren zum Netzwerk für professionelle und private Raumbegrünung entwickelt, in dem sich professionelle Experten und Liebhaber der Hydrokultur ebenso treffen wie Wissenschaft und Forschung. Die DGHK hat über 120 Mitglieder in sieben Ländern.

Günter Gregg-Preis

Benannt nach dem Begründer der Hydrokultur, Gärtnermeister Günter Gregg (* 3. August 1924 in Dortmund, † 4. August 2013 in Nordkirchen). Mit Entwicklung der Hydrokultur hat Günter Gregg „Pflanzenhaltung in Gefäßen“ einfach, sicher und mobil gemacht, prädestiniert für versiegelte Flächen.
Als Präsident des „Landesverbands Gartenbau Westfalen-Lippe“ leitete er ab 1970 die Geschicke der Gärtner; ab 1976 betrieb er in Nordkirchen die größte Hydrokultur-Gärtnerei Europas, ab 1983 hat sich seine Idee der „Internationalen Pflanzenmesse“ (IPM, Essen) zum weltweiten Erfolg entwickelt. Günter Gregg war zweifach Träger des Bundesverdienstkreuzes und stand der DGHK seit 1999 als Präsident und später Ehrenpräsident vor.

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